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Klimaresilienz bei Immobilien: Wie fit ist dein Haus für Extremwetter?

Klimaresilienz

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Heute geht es um ein Thema, das noch vor ein paar Jahren kaum jemand auf dem Zettel hatte, das aber inzwischen mit voller Wucht auf dem Immobilienmarkt angekommen ist: die Klimaresilienz von Immobilien. Oder anders gesagt: Wie gut ist dein Haus eigentlich gegen Starkregen, Hitze, Hochwasser und Stürme gewappnet? Und – ganz wichtig – was bedeutet das für den Wert deiner Immobilie?

Und das Schöne ist: Dieses Thema betrifft beide Seiten – Käufer wie Verkäufer –, nur eben mit ganz unterschiedlichen Konsequenzen. Deshalb schauen wir uns heute bei fast jedem Punkt an, was er für dich als Käufer bedeutet und was er für dich als Verkäufer bedeutet – und wie du jeweils klug damit umgehst. Nach dieser Folge weißt du, worauf es ankommt, wie du Risiken erkennst und was du konkret tun kannst. Lass uns direkt einsteigen.

Warum Klimaresilienz plötzlich zum Kaufkriterium wird

Fangen wir mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme an. Das Klima verändert sich, und das merken wir längst nicht mehr nur im Wetterbericht, sondern ganz konkret an unseren Häusern. Extreme Wetterereignisse – heftiger Starkregen, lange Hitzeperioden, Sturmfluten – nehmen zu, werden intensiver und treffen inzwischen auch Regionen, die früher als völlig unproblematisch galten.

Ein paar Zahlen, damit du ein Gefühl für die Dimension bekommst: Allein im Jahr 2024 haben Naturkatastrophen in Deutschland versicherte Schäden von über fünf Milliarden Euro verursacht. Das ist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, der das erhebt. Und das sind nur die versicherten Schäden – die tatsächlichen Kosten liegen noch deutlich höher, weil eben längst nicht jede Immobilie ausreichend abgesichert ist. Über diesen Punkt sprechen wir später noch ausführlich.

Das Entscheidende für dich als Käufer oder Eigentümer ist aber die Konsequenz daraus: Klimarisiken sind zu einem echten Preisfaktor geworden. Banken schauen inzwischen genauer hin, Versicherer bewerten Standorte neu, und auch Käufer stellen heute Fragen, die vor fünf Jahren noch niemand gestellt hätte. „Stand das Grundstück schon mal unter Wasser?“ „Wie warm wird es im Dachgeschoss im Sommer?“ „Was zahlt die Versicherung hier eigentlich noch?“

Und genau da liegt die Chance – und das Risiko. Eine Immobilie, die gut gegen Extremwetter gerüstet ist, wird in Zukunft einen spürbaren Vorteil am Markt haben. Eine Immobilie, bei der die Risiken sichtbar oder gar dokumentiert sind, kann dagegen im Wert unter Druck geraten. Klimaresilienz ist damit kein Öko-Nischenthema mehr, sondern handfeste Werthaltigkeit.

Bevor wir uns aber anschauen, wie du deine Immobilie schützt, müssen wir erst verstehen, wovor eigentlich. Denn „Klimarisiko“ ist ein Sammelbegriff – und die einzelnen Gefahren wirken ganz unterschiedlich. Im nächsten Kapitel schauen wir uns deshalb die vier großen Klimarisiken für dein Haus im Detail an.

Die vier großen Klimarisiken für dein Haus

Wenn wir über Klimaresilienz sprechen, denken die meisten sofort an Hochwasser. Das ist verständlich, aber es greift zu kurz. Es gibt vier große Risikofelder, die du kennen solltest – und das mit Abstand unterschätzteste steht ganz oben.

Das erste und häufigste Risiko ist Starkregen. Und das ist der wichtige Punkt: Starkregen kann jede Immobilie treffen – völlig unabhängig davon, ob ein Fluss oder ein See in der Nähe ist. Wenn innerhalb kurzer Zeit riesige Wassermengen vom Himmel kommen, kann die Kanalisation das nicht mehr abführen. Das Wasser sucht sich seinen Weg – über die Straße, über den Hof, in den Keller, durch die Kellerfenster oder über den Rückstau aus der Kanalisation. Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass sich die Häufigkeit solcher Starkregenereignisse bis 2050 verdoppeln wird. Merk dir Starkregen also als das Risiko Nummer eins.

Das zweite Risiko ist das klassische Hochwasser – also Überschwemmungen durch über die Ufer tretende Flüsse, Bäche oder, gerade bei uns im Norden, durch Sturmfluten an der Küste. Hier ist die Lage der Immobilie der entscheidende Faktor, und dieses Risiko ist inzwischen sehr gut kartiert. Dazu kommen wir gleich im nächsten Kapitel.

Das dritte Risiko wird oft komplett übersehen: Hitze. Lange, heiße Sommer machen nicht nur uns Menschen zu schaffen, sie belasten auch das Gebäude. Aufgeheizte Dachgeschosse, die im Sommer kaum noch nutzbar sind, Materialstress an Fassaden und Dächern, steigende Kosten fürs Kühlen. Die Sommertauglichkeit eines Hauses wird bei der Bewertung und beim Verkauf immer wichtiger.

Und das vierte Risiko ist Sturm – und in Kombination mit langen Trockenphasen auch die Bodentrockenheit. Stürme setzen vor allem Dächern, Fassaden und Bäumen auf dem Grundstück zu. Und ausgetrocknete Böden können sich setzen, was in Einzelfällen sogar zu Rissen im Mauerwerk führen kann.

Diese vier – Starkregen, Hochwasser, Hitze und Sturm – bilden das Grundgerüst. Und jetzt kommt die gute Nachricht: Für fast jedes dieser Risiken gibt es klare Wege, es einzuschätzen und zu reduzieren. Der erste Schritt ist immer: das eigene Risiko realistisch bewerten. Genau das machen wir im nächsten Kapitel – ich zeige dir, wie du in wenigen Schritten herausfindest, wie gefährdet deine Immobilie tatsächlich ist.

Wie du das Klimarisiko deiner Immobilie einschätzt

Der wichtigste Satz zuerst: Du musst kein Gefühl haben, du kannst es prüfen. Das Klimarisiko einer Immobilie ist heute zu einem großen Teil messbar – und du kannst dir selbst ein ziemlich gutes Bild machen, bevor du kaufst oder verkaufst.

Das zentrale Werkzeug im Hintergrund heißt ZÜRS Geo. Das ist ein Zonierungssystem, das die deutschen Versicherer entwickelt haben, um das Überschwemmungs- und Starkregenrisiko für jede Adresse einzuordnen. ZÜRS teilt Standorte in vier Gefährdungsklassen ein. Gefährdungsklasse 1 bedeutet nach heutiger Datenlage praktisch kein Hochwasserrisiko durch größere Gewässer. Klasse 2 heißt, seltener als einmal in hundert Jahren betroffen. Klasse 3 heißt, einmal in zehn bis hundert Jahren. Und Klasse 4 – die kritischste – bedeutet mindestens einmal in zehn Jahren. Als Privatperson hast du auf diese Datenbank zwar keinen direkten Zugriff, aber jeder Versicherer nutzt genau diese Einordnung. Das heißt: Wenn du bei einer Immobilie einen Versicherungsschutz gegen Elementarschäden anfragst, erfährst du sehr schnell, in welcher Größenordnung sich das Risiko bewegt – nämlich am Preis und daran, ob überhaupt versichert wird.

Zusätzlich gibt es die frei zugänglichen Hochwasser- und Starkregen-Gefahrenkarten der Bundesländer. Für Schleswig-Holstein und Hamburg findest du diese online über die Umwelt- und Landesämter. Dort kannst du eine Adresse eingeben und sehen, ob und wie stark ein Standort bei Hochwasser oder Starkregen betroffen wäre.

Und jetzt wird es konkret für die beiden Seiten. Für dich als Käufer heißt das: Diese Prüfung machst du am besten vor dem Kauf, nicht danach. Gib die Adresse in die Gefahrenkarte ein, bevor du dich verliebst – und hol dir bei einem ernsthaften Interesse ruhig schon vor dem Notartermin eine Auskunft zur Versicherbarkeit ein. Das kostet dich nichts und sagt dir mehr über den Standort als jedes Exposé. Für dich als Verkäufer gilt das Gleiche in umgekehrter Richtung: Warte nicht, bis ein Interessent mit der Gefahrenkarte auf dem Handy vor dir steht. Kenne die Einordnung deiner Immobilie selbst, bevor du sie anbietest. Denn wenn du weißt, wo du stehst, kannst du souverän damit umgehen – und ein niedriges Risiko sogar aktiv als Verkaufsargument nutzen. Nichts ist im Verkauf schlimmer, als von einer Frage überrascht zu werden, auf die du keine Antwort hast.

Und dann gibt es noch die Prüfung, die du mit gesundem Menschenverstand direkt vor Ort machen kannst. Liegt das Haus in einer Senke oder am Hang? Wohin würde Wasser bei einem Wolkenbruch fließen? Gibt es Spuren früherer Wasserschäden im Keller – Wasserränder, muffiger Geruch, frisch gestrichene Kellerwände, die verdächtig neu wirken? Wie sieht es mit der Nähe zu Gewässern und mit der Höhenlage aus? Diese Standort-Bewertung ist übrigens genau das, worüber wir in Folge 157 „So erkennst du eine gute Lage – auch ohne Immobilienprofi“ ausführlich gesprochen haben. Wenn du also tiefer in die Lagebewertung einsteigen willst, hör da unbedingt noch mal rein.

Wenn du dein Risiko eingeschätzt hast, kommt der spannende Teil: Was kannst du konkret tun? Und da starten wir dort, wo die meisten und teuersten Schäden entstehen – von unten, beim Wasser. Genau darum geht es im nächsten Kapitel.

Schutz von unten – so hältst du das Wasser draußen

Die gute Nachricht vorweg: Gerade beim größten Risiko, dem Wasser, kannst du mit oft überschaubaren Maßnahmen richtig viel bewirken. Du musst kein Haus abreißen und neu bauen – es geht um kluge, gezielte Vorkehrungen.

Fangen wir bei der Maßnahme an, die am wichtigsten ist und die viele gar nicht auf dem Schirm haben: der Rückstauschutz. Bei Starkregen passiert nämlich häufig Folgendes: Die überlastete Kanalisation drückt das Wasser zurück – und zwar rückwärts durch deine Abwasserrohre in den Keller, in die Waschküche, ins Gäste-WC im Untergeschoss. Eine Rückstauklappe verhindert genau das. Sie schließt automatisch, wenn Wasser aus der falschen Richtung kommt. Und ein wichtiger Punkt, den viele nicht wissen: Für einen geeigneten Rückstauschutz zu sorgen, ist für Hauseigentümer ohnehin verpflichtend. Wenn du also nur eine einzige Sache aus diesem Kapitel mitnimmst, dann diese: Prüfe, ob dein Haus einen funktionierenden Rückstauschutz hat.

Der zweite Bereich ist das Eindringen von Wasser von außen. Hier helfen erhöhte Kellerlichtschächte oder Aufkantungen, druckwasserdichte Kellerfenster und -türen, und eine funktionierende Drainage rund ums Haus. Auch Bodenschwellen an Kellerabgängen oder Garageneinfahrten, die tiefer liegen, können verhindern, dass Wasser hineinläuft.

Der dritte Bereich ist das Grundstück selbst – und das wird oft unterschätzt. Je mehr Fläche versiegelt ist, also gepflastert oder betoniert, desto weniger Wasser kann versickern und desto schneller läuft alles in die Kanalisation und damit potenziell zurück ins Haus. Entsiegelte Flächen, Kiesbeete, Versickerungsmulden oder eine Zisterne, die Regenwasser auffängt, wirken hier wie ein Puffer. Man spricht dabei vom sogenannten Regenwassermanagement – das Wasser wird auf dem eigenen Grundstück zurückgehalten, statt es so schnell wie möglich loszuwerden.

Und jetzt wieder der Blick auf beide Seiten. Für dich als Käufer sind diese Maßnahmen deine Checkliste beim Besichtigen: Frag aktiv nach dem Rückstauschutz, schau dir den Keller genau an, achte auf versiegelte Flächen. Fehlt der Schutz, ist das kein Grund, sofort abzusagen – aber du solltest die Kosten fürs Nachrüsten kennen und in deinen Preis einrechnen. Ein einfacher Rückstauschutz ist oft im überschaubaren vierstelligen Bereich machbar; eine Kellerabdichtung kann deutlich teurer werden. Genau das ist dann ein legitimes Argument in der Preisverhandlung. Für dich als Verkäufer heißt das umgekehrt: Wenn du diese Dinge in Ordnung hast, nimm der Verhandlung von vornherein den Wind aus den Segeln. Ein nachgewiesener Rückstauschutz und ein trockener Keller sind Argumente, mit denen du deinen Preis verteidigst. Und falls etwas fehlt: In vielen Fällen lohnt es sich, eine günstige Maßnahme wie den Rückstauschutz noch vor dem Verkauf umzusetzen, statt später einen viel höheren Preisabschlag zu kassieren.

Kurzer Hinweis am Rande, bevor wir weitermachen: Wenn dich das Thema Immobilien über diese Folge hinaus interessiert und du gerade mit einem Verkauf liebäugelst, dann schau dir gern mal mein Fachbuch „Immobilienverkauf in 7 Schritten“ an. Da nehme ich dich Schritt für Schritt durch den gesamten Verkaufsprozess. Den Link findest du in den Shownotes.

Damit haben wir das Wasser von unten im Griff. Jetzt drehen wir uns um 180 Grad und schauen nach oben und außen – denn Hitze und Sturm greifen das Haus von einer ganz anderen Seite an. Was du dagegen tun kannst, hörst du im nächsten Kapitel.

Schutz von oben und außen – Hitze, Dach und Begrünung

Während beim Wasser jeder sofort die Gefahr versteht, wird Hitze oft belächelt – zu Unrecht. Denn ein Haus, das sich im Sommer stark aufheizt und nachts kaum abkühlt, verliert massiv an Wohnqualität. Und Wohnqualität ist am Ende Wert.

Der erste Hebel ist die Dämmung – und zwar richtig verstanden. Viele denken bei Dämmung nur an den Winter, ans Heizen. Aber eine gute Gebäudehülle wirkt in beide Richtungen: Sie hält im Winter die Wärme drin und im Sommer die Hitze draußen. Gerade das Dach und das oberste Geschoss sind hier entscheidend, weil sich die Wärme oben staut. Wenn du ohnehin über eine energetische Sanierung nachdenkst, schlägst du damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zu diesem Thema haben wir übrigens in Folge 88 „Energetische Sanierung“ ausführlich gesprochen – da geht es um Maßnahmen, Reihenfolge und worauf du achten solltest.

Der zweite Hebel ist die Verschattung. Und hier ist ein wichtiger Grundsatz: Der beste Hitzeschutz sitzt außen, nicht innen. Außenliegende Rollläden, Raffstores oder Markisen fangen die Sonne ab, bevor sie überhaupt durch die Scheibe kommt. Innenliegende Vorhänge sind dagegen deutlich weniger wirksam, weil die Wärme dann schon im Raum ist. Auch Laubbäume an der Südseite sind clever – sie spenden im Sommer Schatten und lassen im Winter, wenn sie kahl sind, die Sonne durch.

Der dritte Hebel ist die Begrünung – und der ist erstaunlich wirkungsvoll. Eine Dach- oder Fassadenbegrünung kann die Temperatur rund ums Haus spürbar senken, in guten Fällen um mehrere Grad. Gleichzeitig hält ein begrüntes Dach mit einem sogenannten Retentionsaufbau Regenwasser zurück und gibt es nur langsam ab – damit schützt es sogar doppelt: gegen Hitze und gegen Starkregen. Fassaden- und Dachbegrünung ist damit eine dieser Maßnahmen, die gleich mehrere Klimarisiken auf einmal adressieren.

Und schließlich der Klassiker, der so oft vernachlässigt wird: Wartung und Instandhaltung. Ein gepflegtes Dach, saubere Regenrinnen, funktionierende Fallrohre und intakte Fassaden sind der Grundschutz gegen Sturm und Regen.

Und was heißt das jetzt für dich – je nachdem, auf welcher Seite du stehst? Für dich als Käufer ist der Hitzeschutz der Punkt, den du bei einer Besichtigung im Winter fast garantiert vergisst – deshalb nenne ich ihn hier extra. Frag nach, wie warm es im Sommer im Obergeschoss wird, ob es außenliegende Verschattung gibt und wann das Dach zuletzt gemacht wurde. Ein aufgeheiztes Dachgeschoss ohne Verschattung ist kein Ausschlusskriterium, aber ein Kostenpunkt, den du einplanen und ansprechen darfst. Für dich als Verkäufer ist genau das eine Chance: Wenn du beim Sommerkomfort gut aufgestellt bist, mach es sichtbar. Und wenn du ohnehin über eine energetische Sanierung nachdenkst, denk den Hitzeschutz gleich mit – das verbessert zwei Dinge auf einmal, die Käufer heute bewerten: die Energiekosten im Winter und die Wohnqualität im Sommer.

Wir haben jetzt viel darüber gesprochen, wie du dein Haus baulich schützt. Aber egal, wie gut du vorbeugst – ein Restrisiko bleibt immer. Und genau dafür gibt es die Versicherung. Weil sich da gerade politisch einiges bewegt, widmen wir dem nächsten Kapitel die Versicherungsfrage.

Die Versicherungsfrage – Elementarschutz und die kommende Pflicht

Kommen wir zu einem Punkt, der zurzeit richtig in Bewegung ist – und der für dich bares Geld bedeuten kann. Die entscheidende Frage lautet: Ist deine Immobilie eigentlich gegen Naturgefahren versichert? Und die überraschende Antwort ist bei vielen: Nein, zumindest nicht vollständig.

Wichtig ist hier die Unterscheidung. Eine normale Wohngebäudeversicherung deckt in der Regel Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel ab. Aber Schäden durch Überschwemmung, durch Rückstau, durch Starkregen oder Erdsenkung – die sind darin oft nicht enthalten. Dafür brauchst du eine zusätzliche sogenannte Elementarschadenversicherung. Und genau hier klafft eine große Lücke: Nach Zahlen der Versicherungswirtschaft ist nur etwas mehr als die Hälfte der Gebäude in Deutschland gegen Elementarschäden abgesichert. Das heißt im Umkehrschluss: Bei fast der Hälfte aller Häuser würde ein Hochwasser- oder Starkregenschaden am Ende privat bezahlt werden müssen.

Und jetzt kommt die politische Entwicklung, die du kennen solltest. Weil diese Absicherungslücke so groß ist und die Schäden immer teurer werden, arbeitet die Politik an einer Pflicht zur Elementarschadenversicherung. Im Gespräch ist ein sogenanntes Opt-out-Modell: Das würde bedeuten, dass bestehende und neue Wohngebäudeversicherungen den Elementarschutz automatisch enthalten – und du müsstest ihn aktiv abwählen, wenn du ihn wirklich nicht möchtest. Ganz endgültig beschlossen und in Kraft ist das Ganze zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, aber die Richtung ist klar: Elementarschutz wird zum Standard.

Was heißt das konkret für dich? Wenn du kaufst, gehört die Frage nach der Versicherbarkeit zwingend auf deine Prüfliste. Denn in den höchsten Gefährdungsklassen kann es passieren, dass ein Elementarschutz nur sehr teuer oder in Einzelfällen gar nicht mehr angeboten wird – und das ist ein deutliches Warnsignal für den Standort. Und wenn du verkaufst, ist eine bestehende, bezahlbare Elementarabsicherung ein echtes Plus, das du selbstbewusst kommunizieren kannst.

Ein kurzer, ehrlicher Hinweis an dieser Stelle: Ich bin Makler und Sachverständiger, kein Versicherungsberater. Die konkrete Ausgestaltung deines Schutzes besprichst du am besten mit deinem Versicherer. Mein Job ist es, dir zu zeigen, warum dieses Thema für den Wert und die Verkäuflichkeit deiner Immobilie so wichtig geworden ist.

Und damit sind wir beim Kern der ganzen Folge: Was bedeutet Klimaresilienz eigentlich für den Wert und den Verkauf deiner Immobilie? Das schauen wir uns jetzt zum Abschluss genauer an.

Was Klimaresilienz für Wert und Verkauf bedeutet

Jetzt führen wir alles zusammen. Denn am Ende ist Klimaresilienz nicht nur eine Frage der Sicherheit – sie ist zunehmend eine Frage des Preises. Und das betrifft dich, egal ob du kaufst oder verkaufst.

Schauen wir zuerst auf die Risikoseite. Immobilien in stark gefährdeten Lagen geraten bereits heute unter Druck. Käufer werden vorsichtiger, Banken bewerten solche Objekte beim Beleihungswert kritischer, und wenn die Versicherung teuer oder schwierig wird, schlägt sich das im erzielbaren Preis nieder. Das ist keine ferne Zukunftsmusik – das passiert schon jetzt. Fachleute sind sich einig, dass sich die Klimaresilienz mittel- bis langfristig immer deutlicher in den Immobilienwerten widerspiegeln wird. Man kann es sich wie beim Energieausweis vorstellen: Vor einigen Jahren hat kaum ein Käufer auf die Energieklasse geachtet, heute ist sie ein harter Preisfaktor. Bei der Klimaresilienz stehen wir genau an diesem Kipppunkt.

Jetzt die Chancenseite – und die ist mindestens genauso wichtig. Eine Immobilie, die nachweislich gut gerüstet ist, wird zum gefragten Objekt. Rückstauschutz, ein durchdachtes Regenwassermanagement, guter sommerlicher Hitzeschutz, eine bezahlbare Elementarversicherung – das alles sind Argumente, die einem Käufer Sicherheit geben. Und Sicherheit ist beim Immobilienkauf eine der stärksten Währungen überhaupt. Mein Tipp deshalb: Wenn du verkaufst, dokumentiere diese Maßnahmen. Rechnungen für den Rückstauschutz, Nachweise über Sanierungen, die Versicherungspolice – all das macht aus einem Bauchgefühl einen belegbaren Vorteil.

Und für dich als Käufer heißt das im Umkehrschluss: Genau danach solltest du fragen. Lass dir zeigen, was am Haus in Sachen Klimaresilienz schon getan wurde – und rechne mit ein, was du gegebenenfalls noch investieren müsstest. Das gehört heute genauso zur Kaufprüfung wie ein Blick aufs Dach oder in den Keller.

Wenn du übrigens grundsätzlich wissen willst, wie zukunftssicher deine Immobilie insgesamt aufgestellt ist – nicht nur beim Klima, sondern auch bei Energie, Technik und Grundriss – dann hör dir unbedingt unsere Folge 166 an: „Der große Immobilien-Stresstest: Wie zukunftssicher ist dein Zuhause?“ Diese heutige Folge ist quasi das Klima-Kapitel dieses großen Stresstests.

Und damit kommen wir langsam zum Ende – aber vorher habe ich noch etwas Wichtiges für dich.

Und genau an dieser Stelle kommen wir ins Spiel. Denn ob eine Immobilie klimafit ist, ob Risiken im Wert eingepreist werden müssen und wie du deine Immobilie am Ende bestmöglich präsentierst und verkaufst – das ist genau unser Handwerk.

Wenn du deine Immobilie verkaufen willst und dir dabei einen Partner an die Seite wünschst, der solche Themen wirklich versteht, dann bist du bei uns richtig. Wir beraten dich umfassend, ordnen die Chancen und Risiken deiner Immobilie realistisch ein und finden gemeinsam mit dir den richtigen Weg. Fordere noch heute dein unverbindliches Beratungsgespräch für den erfolgreichen Verkauf deiner Immobilie an. Und für Immobilien in unserem Einzugsgebiet Schleswig-Holstein und Hamburg bieten wir dir zusätzlich eine kostenfreie Immobilienbewertung an.

Ruf uns einfach an unter 04101 8545454 oder schreib uns eine E-Mail an info@visalo-immobilien.de. Wir freuen uns auf dich.

Lass uns kurz zusammenfassen, was du aus dieser Folge mitnimmst. Klimaresilienz ist vom Randthema zum echten Wertfaktor geworden. Die vier großen Risiken sind Starkregen, Hochwasser, Hitze und Sturm – wobei Starkregen jedes Haus treffen kann und deshalb ganz oben steht. Du kannst dein Risiko heute einschätzen, du kannst mit gezielten Maßnahmen von unten und von oben viel bewirken, und die Versicherungsfrage solltest du unbedingt auf dem Schirm haben. Wer hier vorsorgt, schützt nicht nur sein Zuhause, sondern auch den Wert seiner Immobilie.

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Und wenn du dich mit mir vernetzen möchtest: Du findest mich auf LinkedIn – den Link zu meinem Profil habe ich dir in die Shownotes gepackt. Ich freue mich, wenn wir dort in Kontakt bleiben.

Das war’s für heute. Bleib trocken, bleib kühl und vor allem: bleib gut informiert. Wir hören uns in der nächsten Folge – deine Stimme für einen stressfreien Immobilienverkauf und -kauf, Philip Hildebrandt. Bis dahin!


In 3 Schritten funktioniert der erfolgreiche Immobilien­verkauf mit uns:

Haus Symbol

1.

Objektaufnahme

Wir starten mit einer Besichtigung durch einen ortskundigen Immobilienprofi, dann folgen die Bewertung und gemeinsame Festlegung des Verkaufspreises und die professionelle Exposé-Erstellung

Megaphon Symbol

2.

Vermarktung

Wir vermarkten Ihrer Immobilie auf relevanten Immobilienportalen, führen eine bewusste Bewertung und Selektion der Interessentenanfragen durch und übernehmen die Besichtigungen

Zwei Sprechblasen in dem sich ein Euro Symbol befindet

3.

Preisverhandlung und Kaufabwicklung

Wir führen die Preisverhandlung mit Interessenten durch, unterstützen die Vorbereitung & Durchführung des Notartermins und betreuen Sie bis zur Übergabe